Polyamide für Motorraumanwendungen
Polyamide für Motorraumanwendungen müssen nicht nur grosse Temperaturunterschiede überstehen, sondern sind für die neuen Autoentwicklungen auch immer höheren Temperaturen ausgesetzt. Gleichzeitig sind sie gegenüber Öl, Benzin, Kühlflüssigkeit und Waschmitteln beständig. Blasgeformte Luftansaugrohre aus hochmolekularen Polyamid 6, spritzgegossene Motorabdeckungen aus glasfaserverstärkten, hitzestabilisierten Hochtemperaturpolyamiden als Metallgussersatz, Benzinfilter aus Polyamid 6, Ölbehälter, Einfüllstutzen und Leisten für das Benzineinspritzsystem aus dem Konstruktionskunststoff Polyamid haben enorme Einsparungen in Gewicht und bis zu 50% in den Herstellkosten gebracht.
Kühlwasserkästen aus Polyamid 66 mit Glasfaserverstärkung und mit Heisswasser- und Hitzestabilisatoren erfüllen die hohen Anforderungen an die Dauerbeständigkeit gegenüber dem heissen Kühlwasser mit Frostschutzmittel. Aber auch die Hochtemperaturkunststoffe HT-PPA ( Hochtemperatur-Polyphthalamid ), partiell aromatische Polyamide mit Glasfaserverstärkung, eignen sich besonders gut für die hohen Anforderungen der heutigen und zukünftigen Kühl- und Klimasysteme durch gute Temperatur-, Medien- und Hydrolysebeständigkeiten. Unter der Motorhaube ist auch die Ölpumpe Bestandteil des Motorblockes. Sie ist ebenso wie die Wasserpumpe höchsten Anforderungen ausgesetzt. Als Metallersatz ist auch hier HT-PPA mit guter Dimensionsstabilität und hoher dynamischer Festigkeit von –40 °C bis + 140 °C zur Reduktion von Gewicht und Kosten im Vormarsch. Kraftstoffleitungen vom Tank zur Benzinpumpe und als Entlüftungsleitung zurück sind auch durch den Motorraum verlegt. Sie bestehen heute aus Polyamid 12 oder Polyamid 11 und haben in vielen Modellen Stahlleitungen abgelöst. Schlagfestigkeiten, hohe Verschleissfestigkeit und geringe Benzindurchlässigkeit sind die Kriterien für diese Sicherheitskomponenten im Auto. Die Einwirkung von Streusalz auf verbindende Metallfittinge schliesst die Anwendung von Standard-Polyamiden aus. Mehrschichleitungen mit massgeschneiderten PA-Schichten und damit verbesserter Barrierewirkung für Kältemittel und für Benzine setzen sich immer mehr durch. Die Norm DIN 73378 legt die hohen Anforderungen an die Polyamidrohre für die Automobile fest. HT-PPA-Formmassen mit Glasfaserverstärkung finden als Konnektoren, Verschlüsse, Ladeluftrohre, Wärmeaustauscher, Drosselklappengehäuse und Abgasrückführkomponenten Interesse. Hochleistungskunststoffe der PA 6-Reihe wurden gezielt für das Spritzgiessen und das Extrusionsblasformen von Luftführungsteilen entwickelt. Dabei können auch weiche Segmente in einem Arbeitsgang mit steifen Abschnitten kombiniert werden. Die EMS-GRIVORY produziert und vermarktet Granulate für die Verarbeitung zu Funktionsteilen unter der Motorhaube im Automobil unter folgenden Handelnamen: GRIVORY HT ( Hochtemperarurkunststoff aus partiell aromatischen Polyamiden mit Glasfaserverstärkung ), GRILON EB ( hochviskoses PA 6 mit und ohne Glasfaserverstärkung für den Extrusionsblasform-Prozess ), GRILON ELX ( elastomere Copolyamide ), GRILAMID L ( PA 12 ) und GRILON R ( PA 6).


